Presseartikel

01005-Projektgruppe trifft sich in Ebermannstadt

Vierling bereitet Elektronik-Serienfertigung mit 01005-Technologie vor

Ebermannstadt, 19.12.2013. In Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „01005-Prozessfenster“ um den Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) der Universität Erlangen-Nürnberg bereitet Vierling den Einstieg in die Serienfertigung in Bauform 01005 vor. Die Bezeichnung 01005 beschreibt elektronische Bauteile, die nur 0,2 mal 0,4 Millimeter groß sind. Serienfertigung mit 01005-Bauteilen ist in Asien bereits weit verbreitet, zum Beispiel bei der Herstellung von Smartphones. Die 01005-Projektgruppe traf sich zuletzt in Ebermannstadt, um Design- und Verarbeitungsrichtlinien zu diskutieren. Neben Vierling und dem Lehrstuhl FAPS gehören dem projektbegleitenden Ausschuss unter anderem ASM, Bosch, Continental, Heraeus, LaserJob, Miele und Viscom an.

Design- und Verarbeitungsrichtlinien für 01005

In Ebermannstadt ging es um die vielen kleinen Anpassungen im Fertigungsprozess, die zur 01005-Einführung erforderlich sind. „Aktuell konzentrieren wir uns auf den Schablonendruck, da dieser einen großen Teil der möglichen Fertigungsfehler begründet“, erklärt Stefan Härter, Projektleiter am Lehrstuhl FAPS. „Wir testen unter anderem Einflussfaktoren, wie die Dicke der Schablonen oder die eingesetzte Lotpaste, um Prozessparameter zu identifizieren und zu bewerten.“ Ergebnis werden allgemein gültige, prozessübergreifende Design- und Verarbeitungsrichtlinien sein, die zuverlässige Prozesse bei der SMT-Bestückung (Surface Mounted Technology) mit 01005-Bauteilen ermöglichen. „Die vorhandenen Richtlinien der Bauteilehersteller und des IPC (Institute for Printed Circuits) liegen teilweise weit auseinander“, erklärt Stefan Härter. „In der Praxis sind sie nur schwer umsetzbar.“

Bestücken, Löten und AOI im Griff

„Es ist großartig, mit dem FAPS und Spitzenunternehmen der Branche zusammenzuarbeiten, um eine neue Technologie voranzubringen“, sagt Andreas Lebrecht, Fertigungsleiter und verantwortlich für das 01005-Projekt bei Vierling. „Nach vielen Tests sind wir jetzt in der Lage, 01005-Bauteile zuverlässig zu platzieren, zu löten und optisch zu kontrollieren. Sobald wir den Lotpastendruck weiter optimiert haben, können wir 01005-Serien in konstant hoher Qualität produzieren.“ Voraussetzung ist, dass Vierling in den vergangenen Monaten mehrere Hundertausend Euro in Ausrüstung investiert hat, darunter ein Bestückungsautomat und umfangreiches Zubehör für die SMT-Linien.

Vorsprung durch 01005

Bisher gibt es in Europa kaum EMS-Dienstleister (Electronic Manufacturing Services), die Serienfertigung in 01005-Technologie anbieten. Diese Bauteile kommen vor allem in der Massenfertigung von Elektronik zum Einsatz, die seit Jahren überwiegend in Asien stattfindet. Inzwischen beginnt 01005-Technologie in anspruchsvolle elektronische Baugruppen in mittleren Stückzahlen vorzudringen. „Dies ist das Marktsegment von Vierling. Zwei unserer Kunden werden 2014 mit ersten 01005-Projekten in Serien gehen“, sagt Geschäftsführer Martin Vierling. „Durch unseren technischen Vorsprung rechnen wir schnell mit weiteren Kunden.“

Vorhaben des DVS, gefördert von der AiF

Das Projekt „01005-Prozessfenster“ ist ein Forschungsvorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS). Es wird über die AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Die ersten 01005-Testplatinen haben Fertigungsleiter Andreas Lebrecht (links) und SMT-Teamleiter Benjamin Kirsch bereits Anfang 2013 bestückt. Inzwischen steht Vierling kurz vor der 01005-Serienreife.
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